Glinde, 04.09.2019, von Sönke Thomsen

Bombenentschärfung in Glinde

Der Fund einer Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg rief am Mittwoch den Kampfmittelräumdienst und zahlreiche Rettungskräfte auf den Plan. Auch das Technische Hilfswerk aus Ahrensburg und Bad Oldesloe wurde am Abend alarmiert.

In Glinde wurde am Dienstag bei Abrissarbeiten einer ehemaligen Kerzenfabrik eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg entdeckt. Diese sollte am Mittwoch ab 12.00 Uhr entschärft werden. In einem Radius von 1000 Metern um den Fundort wurden dafür sämtliche 7800 Anwohner ab dem Morgen evakuiert und der Bereich von Polizei und Feuerwehr abgeriegelt. Doch die Entschärfung verzögerte sich zunächst, weil immer wieder Unbefugte die Absperrungen ignorierten und sich Zutritt in das Sperrgebiet verschafften. Und auch nach Beginn der Entschärfung mussten die Arbeiten immer wieder wegen Personen im Evakuierungsbereich unterbrochen werden. Aus Sicherheitsgründen muss die Entschärfung in solchen Fällen unterbrochen werden, um keine Menschenleben in Gefahr zu bringen. Die weiträumige Absperrung war nötig, weil die Weltkriegsbombe nur einen Meter unter der Erdoberfläche lag und eine komplizierte Zündkonstruktion besaß. Im Falle einer Detonation hätten die Trümmerteile bis zu einem Kilometer weit fliegen können. Außerhalb des Evakuierungsradius, in der Grundschule Tannenweg in Glinde und im Bürgerhaus sowie in der Getrud-Lege-Schule in Neuschönningstedt, wurden Notquartiere eingerichtet, wo sich die betroffenen Anwohner aufhalten konnten und betreut wurden.

Wenn’s mal wieder länger dauert…

Nicht nur durch die unbefugten Personen verschob sich die Entschärfung immer weiter nach hinten. Der Zündmechanismus entpuppte sich als komplizierter als angenommen, sodass erst weiteres Spezialgerät angefordert und an den Einsatzort verbracht werden musste. Die eigentliche Entschärfung verzögerte sich dadurch bis nach Sonnenuntergang. Gegen 18.30 Uhr wurde daher das Technische Hilfswerk aus Ahrensburg mit der Fachgruppe Beleuchtung, der Bergungsgruppe und der neuen Fachgruppe Notinstandsetzung und Notversorgung alarmiert, um an wichtigen Stellen für Licht und Strom zu sorgen und auch der Ortsverband Bad Oldesloe wurde mit dem kompletten Technischen Zug alarmiert. Die knapp 40 THW-Helfer hatten den Auftrag die Notquartiere, den Hof der Glinder Feuerwehr und Verkehrsknotenpunkte für die Nacht ausreichend zu beleuchten und eine Stromversorgung für die bereit stehenden Einsatzfahrzeuge bereit zu stellen. Außerdem wurden Trennwände in den Notquartieren aufgebaut.

Um 23.25 Uhr gab der Sprengmeister Entwarnung – die Bombe war endlich entschärft. Wer um diese Uhrzeit nicht mehr zurück in seine Wohnung konnte oder wollte, der durfte die Nacht in den Notquartieren bleiben. Auch das Beleuchtungsmaterial vom THW blieb zusammen mit drei Helfern noch bis in die Morgenstunden vor Ort.

Das Technische Hilfswerk

Die Ortsverbände Ahrensburg und Bad Oldesloe sind zwei von bundesweit 668 THW-Standorten. Dem Ortsverband Ahrensburg gehören rund 60 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer an. In der Jugend- und der Minigruppe sind zudem über 45 Jugendliche zwischen 6 Jahren und 18 Jahren aktiv, wo sie neben sozialem Engagement auf spielerische Art und Weise an die Aufgaben des THW herangeführt werden.

Das Einsatzsprektrum vom Technischen Hilfswerk ist vielfältig - von der Hilfe bei Umweltkatastrophen, einsturzgefährdeten Gebäuden, Ausleuchtung, Notstromversorgung oder auch die Absicherung von Sportveranstaltungen. Jeder THW-Ortsverband besitzt neben einer Bergungsgruppe auch eine Fachgruppe Notversorgung & Notinstandsetzung sowie jeweils eine weitere, spezielle Fachgruppe. In Ahrensburg ist dieses bisher die Fachgruppe Beleuchtung gewesen, welche jedoch im Oktober durch eine Fachgruppe Elektroversorgung ersetzt wird – wobei die Einsatzmöglichkeiten des Ortverbandes gleich bleiben und sogar noch ausgebaut werden. Der Ortsverband Bad Oldesloe besitzt die Fachgruppe Logistik/Materialerhaltungstrupp sowie die Fachgruppe Sprengen. Da in den umliegenden Ortsverbänden weitere Fachgruppen wie Führung/Kommunikation, Pumpen oder Ortung positioniert sind, können bei Bedarf schnell und unkompliziert die passenden Einheiten hinzu alarmiert werden. Durch dieses System erstreckt sich der Einsatzradius nicht nur auf den südlichen Kreis Stormarn, sondern vereinzelt sogar auf das gesamte Bundesgebiet oder auch Auslandseinsätze.

 

 


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