Mal schnell das Handy aufladen? Eine Serie am PC streamen? Tanken? Nachts durch beleuchtete Straßen laufen? Ein kühles Bier trinken? Eine Operation im Krankenhaus? Ohne Strom läuft heutzutage (fast) nichts. Strom ist in unserem Leben selbstverständlich geworden und meist vermissen wir ihn erst, wenn er nicht mehr da ist. Ist der Strom mal weg, kann die Fachgruppe Elektroversorgung vom Technischen Hilfswerk helfen. Im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen dem THW und dem Netzbetreiber Schleswig-Holstein Netz GmbH trainierten unsere Einsatzkräfte der Fachgruppe Elektroversorgung am Wochenende das fiktive Szenario eines flächendeckenden Stromausfalls. Nach einem kurzen Theorieteil bezüglich der Versorgung kritischer Infrastruktur durch Netzersatzanlagen (NEA) und einer Unterweisung zum Verhalten an elektrischen Anlagen ging es an die Praxis. Es wurde ein Erdungsfeld aufgebaut, gemessen und die Netzersatzanlage an eine sogenannte Ortsnetzstation angeschlossen, um diese dann mit Strom zu versorgen.
Die Fachgruppe Elektroversorgung
Die Fachgruppe Elektroversorgung produziert mit verschiedenen mobilen Stromerzeugern wie Netzersatzanlagen (NEA) größere Mengen elektrischer Energie, zum Beispiel wenn die eigentliche Stromversorgung zusammengebrochen oder nicht vorhanden ist. Diese kann sie zum Beispiel Einsatzstellen, Notunterkünften, Krankenhäusern, Energieversorgungsanlagen oder Wasserwerken zur Verfügung stellen. Außerdem kann die Fachgruppe elektrische Versorgungsanlagen und Stromnetze reparieren. Durch den modularen Aufbau können bei Bedarf und Verfügbarkeit auch weitere Fachgruppen aus dem gesamten Bundesgebiet zur Unterstützung alarmiert werden.
Das Technische Hilfswerk
Zum gesetzlichen Auftrag des THW gehört die technische Hilfe im Bevölkerungsschutz sowie der örtlichen Gefahrenabwehr und auch die technische Hilfe im Ausland im Auftrag der Bundesregierung. Um diesen Aufgaben nachzukommen, engagieren sich die knapp 88.000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in bundesweit 669 THW-Ortsverbänden. Der Ortsverband Ahrensburg ist einer von ihnen. Ihm gehören rund 50 aktive Helferinnen und Helfer an. In der Jugend- und der Minigruppe sind zudem über 45 Jugendliche zwischen 6 Jahren und 18 Jahren aktiv, wo sie spielerisch an die Aufgaben des THW herangeführt werden und handwerkliche Fähigkeiten, Sozialverhalten und vieles mehr lernen. Ehrenamtlich engagieren kann sich jede und jeder ab dem sechsten Lebensjahr, nach oben gibt es keine Altersgrenze.
Das Einsatzspektrum vom Technischen Hilfswerk ist vielfältig - von der Hilfe bei Umweltkatastrophen, einsturzgefährdeten Gebäuden, Wiederherstellung von Infrastruktur bis hin zur Ausleuchtung oder auch Notstromversorgung. Jeder THW-Ortsverband besitzt neben einer Bergungsgruppe auch eine Fachgruppe Notversorgung & Notinstandsetzung sowie jeweils mindestens eine weitere, spezialisierte Fachgruppe. In Ahrensburg sind dieses die Fachgruppe Elektroversorgung sowie die Fachgruppe Infrastruktur. Außerdem ist dem Zugtrupp eine Drohnen-Einheit angegliedert. Da in den umliegenden Ortsverbänden weitere Fachgruppen wie Brückenbau, Wasserschaden/Pumpen oder Räumen positioniert sind, können bei Bedarf schnell und unkompliziert die passenden Einheiten hinzu alarmiert werden. Durch dieses System erstreckt sich der Einsatzradius nicht nur auf die Stadt Ahrensburg oder das südliche Schleswig-Holstein, sondern vereinzelt sogar auf das gesamte Bundesgebiet. Auch Auslandseinsätze sind möglich.